Wachstumsschmerz in der Selbstständigkeit

Wachstumsschmerz in der Selbstständigkeit

 

 

Warum Wachstum in der Selbständigkeit mit Schmerz verbunden ist.

 

Viele denken, wenn ein Business wächst, dann ist das einfach nur schön. Erfolgreich. Frei. Leicht.

Was viele nicht sehen: Wachstum tut weh.

Im Sinne von über sich hinauswachsen.

Den inneren Schweinehund überwinden.

Dinge lernen, die man nie lernen wollte.

Sich selbst hinterfragen.

Ängste aushalten.

Verantwortung tragen.

Mehr Verantwortung für Menschen.

Mehr Verantwortung für Geld.

Mehr Verantwortung für Entscheidungen, die niemand sonst für dich trifft.

Versteh mich nicht falsch: Wachstum ist etwas unglaublich Gutes.

Aber du solltest bereit dafür sein. Und vor allem bereit, es auszuhalten. Nicht nur kurz. Sondern dauerhaft.

Ich nehme dich mit in meine Geschichte.

Ich bin Christina. Kosmetikerin.

2007 bin ich in die Beautybranche gestartet, eher zufällig, über ein Praktikum.

Ich war schon immer kreativ, handwerklich geschickt. Und plötzlich war da dieser Beruf und ich habe mich sofort Verliebt.

Ich hatte das Glück, oder vielleicht auch die Herausforderung, in einem Betrieb zu lernen, der mich wirklich geprägt hat. Es war eine harte Schule. Aber eine gute.

Meine Chefin war extrem perfektionistisch, anspruchsvoll und unglaublich fleißig. Sie hat mir viel beigebracht.

Rückblickend würde ich sagen: Sie war keine klassische Unternehmerin.

Sie hat ihren Beruf geliebt, aber sich nie wirklich für Wachstum entschieden.

Und ich will das nicht bewerten.

Meine Zeit dort war wertvoll. Ich habe unglaublich viel gelernt.

Aber nach etwa 3,5 Jahren kam der Punkt, an dem ich gespürt habe:

Hier kann ich mich nicht mehr weiterentwickeln.

Also habe ich mich selbstständig gemacht.

Mit Fußpflege-Hausbesuchen.

Und einem kleinen Raum bei mir zuhause als Nagelstudio.

Nebenbei habe ich Weiterbildungen gemacht.

Und ab und an eine kleine Anzeige im MiniMarkt geschaltet.

Genau darüber wurden meine ersten Vermieter auf mich aufmerksam.

Sie haben mir einen Laden angeboten:

30 qm, mitten in der Innenstadt, 350 € warm, keine Kaution.

Ich habe die Chance ergriffen.

Und bin weitergegangen.

Heute habe ich ein Kosmetikstudio mit 9 Mitarbeiterinnen auf 220 qm.

Ich bilde Kosmetikerinnen im dualen System aus, bin stellvertretende Vorsitzende im Prüfungsausschuss der HWK Mittelfranken.

Ich schreibe seit Jahren für die Beauty Forum und bin inzwischen Teil des Beirats.

Ich gebe Business- und Social-Media-Consultings für andere Frauen in der Branche.

Ich habe meine eigene Kosmetikmarke aufgebaut.

Und ich arbeite nicht mehr aktiv am Kunden.

Ich führe.

Ich entscheide.

Ich entwickle.

Und ich liebe es.

Nicht, weil es leicht ist.

Sondern weil ich daran wachse.

Weil ich jeden Tag ein Stück besser werden kann.

Weil ich einen Ort geschaffen habe, an dem meine Mädels wachsen können und sich gleichzeitig sicher fühlen.

Und weil ich Menschen dabei helfen darf, sich in ihrer Haut wohlzufühlen.

Aber jetzt kommen wir zurück zum Wachstumsschmerz.

Denn die Geschichte klingt vielleicht erstmal „rund“.

Was du nicht siehst:

Zwei Studioumzüge.

Mitarbeiter, die gekommen und gegangen sind.

Entscheidungen, die ich treffen musste, obwohl ich keine Ahnung hatte, ob sie richtig sind. In meinem Umfeld gab es kaum Menschen die ich Fragen konnte.

Und jedes Mal habe ich mich gefragt:

Was kann ich daraus lernen?

Was hätte ich anders machen können?

Was war berechtigte Kritik und was nicht?

Nicht, um mich klein zu machen.

Sondern um zu wachsen.

Denn egal, was passiert, gut oder schlecht, du kannst immer etwas daraus mitnehmen.

Unser Studio ist Stück für Stück gewachsen.

Mehr Nachfrage. Mehr Mitarbeiter. Mehr Verantwortung.

Mehr Platz. Neuer Umzug. Wieder Wachstum.

Und irgendwann war klar:

Ich bin nicht mehr Teil des Teams.

Ich bin die Chefin.

Und plötzlich stand ich da und dachte:

„Okay… und wie macht man das jetzt richtig?“

Es hat Jahre gedauert, bis ich Mitarbeiterführung wirklich verstanden habe. Ich habe einige Seminare und Bücher dafür studiert und lerne immernoch.

Das erste Teammeeting, bei dem du vorne stehst und nicht mehr Teil des Teams bist, das ist Wachstumsschmerz.

Du musst anfangen, am Unternehmen zu arbeiten und nicht mehr darin.

Und wenn du leidenschaftliche Dienstleisterin bist, dann ist genau das eine der größten Hürden.

Ich habe meine Stunden am Kunden Schritt für Schritt reduziert.

Mehr Büro. Mehr Struktur. Mehr Verantwortung.

Bis ich komplett aus dem operativen Geschäft raus bin.

Heute habe ich noch ein paar Stammkunden und bin das Notfall-Backup, wenn jemand krank ist.

Ein weiterer Punkt:

Du kannst Probleme nicht ignorieren und hoffen, dass sie sich von alleine lösen.

Das funktioniert nicht.

Und du bist immer selbst Verantwortlich und nicht andere daran Schuld.

Bei mir war das Thema Finanzen ein großer Schmerzpunkt.

Zu schnelles Wachstum.

Zu viele Investitionen.

Keine Rücklagen.

Ich hatte Phasen, in denen ich nicht wusste, wie ich meine Mitarbeiter bezahlen soll.

Das war hart. Wirklich hart.

Schlaflose Nächte, Existenzängste. Starke Zweifel an mir selbst, dass ich nicht gut genug bin, es nicht kann oder es vielleicht auch nicht verdient habe Erfolgreich zu sein.

Aber genau daraus ist meine finanzielle Disziplin entstanden.

Ich musste lernen, meine Zahlen zu verstehen.

Meine BWA zu lesen.

Verantwortung für mein Unternehmen zu übernehmen.

Wachstumsschmerz bedeutet auch:

Du übernimmst Verantwortung für Dinge, von denen du vorher nicht mal wusstest, dass sie existieren.

Marketing war das nächste Thema.

Geld für Dinge ausgeben, die nichts gebracht haben.

Zu verstehen, wie wichtig Sichtbarkeit ist.

Die richtige Plattform finden.

Strategisch denken.

Und dann Social Media.

Der Druck, mitzuhalten.

Der Vergleich.

Der Umgang mit Kritik und Hate.

Auch das gehört dazu.

Und ja auch dein Umfeld verändert sich.

Ich wurde belächelt.

Nicht ernst genommen.

Hinter meinem Rücken wurde geredet.

Und weißt du was?

Das hört nicht auf.

Je mehr du wächst, desto mehr wird über dich gesprochen.

Das verletzt mich manchmal immer noch.

Weil ich immer noch derselbe Mensch bin.

Ich mache einfach nur das, was ich liebe.

Und oft bekommst du mehr Support von Fremden als aus deinem eigenen Umfeld.

Das ist traurig.

Aber auch das gehört zum Wachstumsschmerz.

Und dann ist da noch dein Mindset.

Für mich war das die größte Herausforderung.

Ich komme aus einer klassischen Arbeiterfamilie.

Ich habe früh angefangen zu arbeiten. Prospekte verteilt, bedient das war normal.

Aber dann unternehmerisch zu wachsen…

Das ist eine ganz andere Welt.

Zu verstehen, dass du nicht mehr „nur“ Dienstleisterin bist.

Sondern Unternehmerin.

Dass du dich in einem anderen Umfeld bewegst.

Mit Menschen, die du früher vielleicht bewundert hast – und die dich heute auf Augenhöhe sehen.

Das hat bei mir viele alte Glaubenssätze gesprengt.

Und ja, das tut weh.

Wachstum ist ein unglaublich spannender Prozess.

Er macht Spaß.

Er erfüllt dich.

Aber er kostet dich auch etwas.

Blut.

Schweiß.

Verzicht.

Schlaflose Nächte.

Zweifel.

Entscheidungen, die du alleine treffen musst.

Und die Erkenntnis:

Du hast es immer selbst in der Hand.

Erfolg ist etwas Wunderschönes.

Aber er hat seinen Preis.

Und dieser Preis ist oft Wachstumsschmerz.

Warum ich dir das erzähle?

Weil das hier mein Einstieg ist.

In Substack.

Und vielleicht auch in meinen Podcast.

Und weil ich möchte, dass du mich wirklich kennenlernst.

Nicht nur die Ergebnisse.

Sondern den Weg dahinter.

Und vor allem, weil ich dir eines mitgeben möchte:

Du hast es selbst in der Hand, erfolgreich zu werden.

Aber du musst bereit sein, durch diesen Schmerz zu gehen.

Wenn es dir gerade genauso geht, oder du einfach mehr über Unternehmertum als Frau und Mutter erfahren möchtest. Freue ich mich wenn du bleibst.

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